Leben in Andalusien

ERSTE KONTAKTE

Vorneweg-Worte

Ich weiß, dass ich gut allein sein kann. Dennoch erschien es mir sinnvoll, mich bereits im Vorfeld umzuschauen, was und wen es denn vor Ort so gibt. Dank Internet ist das alles gar nicht kompliziert. In diesem Beitrag erzähle ich euch, wie ich erste Kontakte suchte und fand. Vielleicht habt ihr ganz andere Erfahrungen oder Ideen, die ihr gern in den Kommentaren teilen könnt.

Kirche ist (fast) immer schon da

Tourismuspfarramt der EKD Costa del Sol

Das ist das schöne Kreuz vor einer der Eingangstüren zum Gottesdienstraum.

Die erste Mail war auf den Weg gebracht

Im Grunde ist es zumindest in Europa egal, wo man hinkommt, Kirche ist immer schon da. Natürlich nicht immer die “eigene”, natürlich nicht immer und überall in der Muttersprache.

Bevor es Mitte Oktober losgehen sollte, hatte ich noch Zeit. Ich machte mich via Internet auf die Suche und fand schließlich das Tourismuspfarramt der EKD an der Costa del Sol. Direkt schrieb ich eine Mail und schickte sie dann auch sogleich ab. Nur nicht lange zögern wurde mir zur Devise, nur nicht zu lange nachdenken. 1.000 Gründe würden mir einfallen, warum ich es besser lassen sollte. 

In der Mail erzählte ich, dass ich Relilehrerin und Studenleiterin am Theologisch-Pädagogischen Institut  in Moritzburg war und für ein halbes Jahr nach Spanien – Almuñecar – kommen würde.

Und schon kam die Antwort

Rasch erhielt ich eine freundliche Antwort, aus der sich ein angenehmer Mailkontakt entwickelte. Und kaum war ich in Almuñecar, bin ich an einem Samstag zum Gottesdienst nach Torrox gefahren. Christoph, der damalige Pfarrer und seine Familie, waren mir auf Anhieb sympathisch und es ergab sich eine freundliche und freundschaftliche Beziehung. Ich bot bald an, die 13 Fotos entlang der Jahres- und Monatslosungen für den alljährlichen Kalender zu machen und hin und wieder Bilder von Gottesdiensten. 

Gerade in jenem Jahr wurde das neue Kreuz gestaltet. Mein Vorschlag für den Kalender war, es in jedem Monat in einen der Monatslosung entsprechenden Zusammenhang zu stellen. Besonders gern erinnere ich mich an Salayonga. Wir saßen nach der Fotoaktion auf dem beeindruckenden Friedhof in einem kleinen Restaurant und wählten wegen der kräftigen Mittagssonne einen Schattenplatz – im November!

Dieses Kreuz steht in Almuñecar auf dem Peñon del Santo. Nachts ist es beleuchtet. Die Rosafärbung entsteht nur durch das einfallende Licht.
Blick auf den Ort Salayonga.
Der runde Friedhof (Cementerio Redondo) von Salayonga ist ein architektonisches Unikat in ganz Spanien.

Zeit zum Plaudern

Eine gute Möglichkeit in Kontakt zu treten: Im Anschluss an die Gottesdienste wurde und wird jeweils zum herrlich unkomplizierten Kirchen-Steh-Kaffee geladen. Keine Sorge, es hat auch Stühle. Es gab lecker Kuchen und Ute sprach mich an, eine liebe Frau, die auch in Almuñecar wohnte und immer noch wohnt. Ute nahm mich unter ihre Fittiche, ging mit mir über den Wochenmarkt, zeigte mir ihren Lieblingsladen mit fröhlicher Garderobe und ihre bevorzugten Stände in der Markthalle. 

Gerold, hier abgebildet, hat mir dieses Foto zur Verfügung gestellt. Er ist die gute Seele nicht nur des Kirchencafés.

Hier die Links, die direkt zu den Homepages der beiden Kirchen an der Costa del Sol führen.

Home der Evangelischen Kirche www.ekd-costadelsol.de 

und hier die Home der Katholischen Kirche: www.katholischegemeinde-costadelsol.de

Wenn Aus Digitalen Reale Freunde werden

Facebook

Vor allem durch die Fotografie war und bin ich in sozialen Netzwerken wie Facebook und in der Zwischenzeit auch bei Instagram unterwegs.  

Von Deutschland aus war ich bei Facebook auf der Suche nach Fotoclubs in Almuñecar und Umgebung. Das war mir zwar nicht gelungen, aber ich entdeckte eine interessante spanische Fotogruppe und war recht erstaunt, wie flott ich über das Medium Fotografie ins digitale Gespräch kam – schriftlich natürlich. Das Google-Übersetzungsprogramm war mir damals eine große Hilfe. 

Die Frau, die diese Gruppe iniziiert hatte, war verheiratet mit einem Mann, dessen Eltern ein deutscher Kapitän und eine schwedische Funkerin waren. So spricht er, wenn ich es richtig erinnere, natürlich Spanisch, dazu Deutsch, Englisch, Schwedisch und ich glaube auch noch Französisch. Und nun der Knüller, das Paar mit seinen zwei Kindern war aus Granada und die Mutter des Mannes lebte damals in Almuñecar.

Das schöne alte Foto zeigt die Eltern: Kapitän und Funkerin. Ihr Sohn fuhr auf dem Schiff mit, bis er zur Schule ging. Er hatte das Glück in Almuñecar aufwachsen und viele Stunden mit Freunden am Strand verbringen zu können. Was eine Kindheit!

Natürlich traf ich mich mit den beiden. Differenziertere Unterhaltungen wurden möglich, weil ein “Dolmetscher” dabei war. Es gab wunderschöne Begegnungen, die ich alle nicht missen möchte. Viele neue Menschen traten durch diese Familie in mein Leben. Nicht zu allen, aber zu einigen besteht bis heute ein guter freundschaftlicher Kontakt. 

Später kam ich dann durch eben diese Kontakte zum Fotoclub in La Herradura. Da gibt es allerhand zu erzählen, aber ein wenig später. 

Das war ein kleiner Wettbewerb in der Facebook-Gruppe, in dem es um Fotos von Gabeln ging. Ich hatte von Deutschland aus dieses Bild gepostet und es wurde als Siegerbild gekürt. Damit war es eine Woche das Titelfoto der Gruppe.

Deutschsprachige Vereinigung Almuñécar

Auch wenn ich den Verein noch nicht von Deutschland aus gefunden hatte, so doch bald nach meiner Ankunft. Er trägt einen langen Namen, der sich selbst erklärt. Die Gründung war im Jahr 1999. Es sollte ein Verein werden, in dem sich Menschen aus vielen Nationalitäten zusammenfinden, deren Bindeglied die deutsche Sprache ist. Treffender als in diesem Namen kann man es kaum ausdrücken. 

Der Verein ist ein nicht unwesentlicher Teil meines Lebens hier. Durch Corona hatte ich mich lange Zeit zurückgezogen. Nun werde ich wieder häufiger dabei sein. Darauf freue ich mich. Ach ja, ganz wichtig: Ich habe hier Freundinnen gefunden.

Zur Homepage des Vereins geht’s hier

 

In einem Extra-Beitrag werde ich mehr über diesen aktiven Verein und seinen vielen Angeboten berichten, mit Worten und auch mit Bildern. 

1999 wurde der Verein gegründet und feierte somit 2019 sein 20-jähriges Bestehen unter Anwesenheit von VertreterInnen der Stadt.

Hintendran-Worte

Es war eine gute Entscheidung bereits von Deutschland aus die ersten Kontakte zu knüpfen. Ich möchte es allen wärmstens empfehlen, in welchem Umfeld auch immer. 

An den drei Beispielen lässt sich ablesen, dass uns verschiedenste Wege zur Verfügung stehen. Ich fühle mich eingebunden und verbunden in und mit der spanischen Welt, aber auch mit Menschen, die meine Muttersprache sprechen – worauf ich nicht verzichten möchte und was mir fehlen würde. Sie haben wie ich hier ein neues zu Hause gefunden. Manche für einige Wochen, manche für einige Monate, manche das ganze Jahr. Es gibt viele Möglichkeiten, Träume zu verwirklichen. 

Unerlässlich scheint mir das selbst aktiv werden. Niemand hätte einfach an meine Tür geklopft. 

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2 Antworten

  1. Hallo Romana

    Danke für diesen Block. 😀
    In 3 Jahren bin auch ich Rentner, mein Mann ist es schon, und wir überlegen nach andalusien umzusiedeln. Ich lese zu diesem Thema gerade recht viel. Vielleicht soll es auch dieAlgave werden, wir wissen es noch nicht. Schön, in deinem Block ein bißchen stöbern zu können. Allerdings frag ich mich, ob man das Klima dauerhaft gut aushält, wird es zu heiß?? Wo genau wollen wir leben. Es gibt noch viele Dinge zu erkunden und zu erfahren. 😉
    Lieben gruss
    Susanne

    1. Liebe Susanne, herzlichen Dank für diese Rückmeldung. Ich freue mich sehr. Im letzten Jahr war es hier eher ungewöhnlich warm, die Jahre zuvor gab es mal im August vier oder fünf Tage Temperaturen zwischen 33 und 36 Grad. Ansonsten ist es manchmal kühler als in Deutschland. Wir sind hier durch die Sierra relativ gut geschützt vor dem Kontinentalklima. Im April werde ich eventuell noch einen kleinen Beitrag in der Art von “Tipps im Vorfeld zu bedenken” veröffentlichen. Hatte zwar anderes vor, aber vielleicht wäre er hilfreich. Liebe Grüße, Ramona

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